Freitag, 16. Oktober 2009

US-Eingeständnis: Wir bekämpfen das afghanische Volk!

Über einen kürzlich erschienenen US-Geheimdienstbericht schreibt 'The Boston Globe':
Nahezu alle Aufständischen, die die US und NATO-Truppen in Afghanistan bekämpfen, sind keine religiös motivierten Taliban oder Al-Qaida-Kämpfer, sondern eine neue Generation von Stammeskämpfern, die um territoriale Kontrolle, Bodenschätze und Schmuggel-Routen kämpfen, so eine Zusammenfassung eines US Geheimdienst-Berichts.
Einige der wichtigsten Gruppen des Aufstands, inklusive einer, die jüngst verantwortlich ist für eine Welle von amerikanischen Opfern, standen sogar in Opposition zu dem harschen islamischen Regime der Taliban in den 1990er Jahren. (...)
 "Neunzig Prozent ist ein lokaler Stammesaufstand," sagte ein US Geheimdienst-Beamter, der die Bewertung mit ausarbeitete. "Zehn Prozent sind Hardcore-Ideologen, die für die Taliban kämpfen."
US Kommandeure und Politiker sprechen vom Feind immer vage als Taliban oder Al-Qaida, was das Bild der heiligen Krieger fördert, die danach trachten, eine fundamentalistische Variante des Islam zu verbreiten. Aber die zumeist den Paschtunen angehörigen Kämpfer sind oft tief verbunden mit ihrer Familie und dem Sozialgefüge in den Bergen und Tälern, wo sie kämpfen. Und sie sehen sich in Opposition zur USA, weil es eine okkupierende Macht ist, so die Analysten. (Quelle)
Im Klartext: Das ist ein Krieg gegen die afghanische Bevölkerung. Ein Krieg nicht gegen international agierende Terroristen, sondern gegen lokale und nationale Aufständische, die ohne die Anwesenheit der Besatzungstruppen nicht zur Waffe greifen würden. Der US-Bericht bestätigt nur das, was der Journalist und Afghanistan-Experte Jürgen Todenhöfer von einem "Taliban"-Kämpfer selbst zu hören bekam. Er schrieb darüber in der 'Mitteldeutschen Zeitung' am 18.September 2009:

Der Westen nenne alle afghanischen Widerstandskämpfer Taliban, aber es gebe völlig unterschiedliche Arten von Taliban: Die erste Gruppe seien die wahren afghanischen Taliban, denen er angehöre. Sie hätten sich in den letzten Jahren modernisiert und auch dazugelernt. So seien sie zum Beispiel bereit, dem Schulbesuch von Mädchen zuzustimmen – in getrennten Schulen, „so wie jetzt“.
Außerdem griffen sie, so Mullah Nasrat, nur US-Streitkräfte an - keine afghanischen Soldaten, keine Polizisten, keine Zivilisten und erst recht keine ausländischen Organisationen, die Afghanistan respektierten und unterstützten. Mullah Omar habe erst kürzlich nochmals ausdrücklich verboten, Zivilisten anzugreifen. Sie seien Mujahedin, Freiheitskämpfer und keine Terroristen.
Die afghanischen Taliban würden in erster Linie von der einfachen Bevölkerung unterstützt. (...) Mullah Nasrat betont, die afghanischen Taliban hätten und bräuchten keinen Kontakt zum pakistanischen Geheimdienst ISI. Sie kämpften nur für ihr eigenes Land.(...)

Die zweite Gruppe bildeten die aus den Stammesgebieten an der Grenze zu Pakistan kommenden waziristanischen Taliban. Sie seien sehr stark. Als Nichtafghanen hielten Sie sich nie länger an einem Ort auf. Sie seien ständig am Wandern. Soweit sie gegen die Amerikaner kämpften, würden sie vom pakistanischen Geheimdienst ISI geduldet und teilweise auch gefördert. Ihr Führer sei der Afghane Mullah Kabir.
Sie seien radikaler als die afghanischen Taliban. Sie hätten diese auch schon als Nichtmuslime bezeichnet und verfolgten sie teilweise mit großer Brutalität. Sie töteten auch Zivilisten, brennten Schulen ab und griffen ausländische Organisationen an. Die echten afghanischen Taliban versuchten, wo immer sie könnten, auf die waziristanischen Taliban Einfluss zu nehmen und ihnen klarzumachen, dass der Koran das Töten von Zivilisten verbiete. Aber sie könnten nicht alles verhindern. Viele dieser Leute seien einfach verzweifelt, manche auch verbohrt. (...)
Die dritte Gruppe seien die „von den USA finanzierten amerikanischen Taliban“. Die Amerikaner hätten systematisch junge arbeitslose Afghanen gekauft. Sie mischten sich unter die afghanischen und die waziristanischen Taliban sowie unter die einfachen Leute. Sie hätten den Auftrag, sich als Taliban auszugeben, diese auszuspähen und mit mörderischen Anschlägen gegen Zivilisten den USA den Vorwand zu liefern, in Afghanistan zu bleiben.
Die Amerikaner verfolgten in Afghanistan in erster Linie egoistische, geostrategische Interessen. Kein Afghane glaube, dass sie Hunderte von Milliarden Dollar ausgäben, nur um Afghanistan Demokratie und Freiheit zu schenken.
Die „gekauften amerikanischen Taliban“ seien schwer zu identifizieren. Man erkenne sie höchstens daran, dass sie mehr Geld sowie bessere Waffen und Fahrzeuge besäßen. Außerdem würden sie nach Festnahmen meist sehr schnell freigelassen. Er schätze die Zahl der „gekauften, amerikanischen Taliban“ in „seinen“ drei Provinzen auf etwa 100 Mann.
Sie griffen die afghanischen Taliban oft mit großer Brutalität an. Erst vor einer Woche seien zehn seiner Männer von ihnen betäubt, gesteinigt und anschließend mit Bajonetten durchbohrt worden.
Neben den afghanischen, den waziristanischen und den von den Amerikanern gekauften Taliban gebe es im Kampfgebiet Nangarhar, Laghman und Kunar noch über 100 ausländische Kämpfer, Araber und Tschetschenen, die sich zu Al Qaida bekennen. Ihre Bedeutung im afghanischen Widerstand sei nicht groß, aber sie seien finanziell gut ausgestattet.
Ich wende ein, dass seine Geschichte der „gekauften amerikanischen Taliban“ stark nach Verschwörungstheorie klinge. Aber ich weiß, dass die Besatzer aller Zeiten derartige Methoden angewandt haben, um den jeweiligen nationalen Widerstand zu schwächen – die Franzosen in Algerien, die Portugiesen in Angola, die Amerikaner in Vietnam, in Nicaragua, in El Salvador und in anderen Ländern.
Mullah Nasrat schüttelt gelassen den Kopf. Die Beurteilung seiner Darstellung überlasse er mir. Man müsse eigentlich nur fragen, wem bestimmte Aktionen nützten. Dann finde man irgendwann die richtige Lösung.
Während man Todenhöfer für seine Äußerungen auf 'Spiegel-Online' noch als Sprecher der Taliban verunglimpfte, dürfte die Einschätzung der US-Analysten dagegen ein nur schwer zu verdauender Brocken für die Befürworter des Afghanistan-Einsatzes sein. Warum man Todenhöfer auf 'Spiegel-Online'' verunglimpft, wird in dem Artikel zum Schluss ausgesprochen:
Klar ist nur, dass keine Armee der Welt einen Krieg gewinnen kann, wenn sie gegen den Gegner an der Front und die öffentliche Meinung daheim kämpfen muss.
Und um die öffentliche Meinung auf den Krieg einzuschwören, wird immer wieder auf Al-Qaida und die Taliban verwiesen. Denn Al-Qaida habe von dort 9/11 organisiert und die Taliban hätten ihnen  dafür einen sicheren Hafen verschafft. Selbst wenn das so gewesen wäre, wäre die Argumentation dem US-Bericht zufolge heute längst hinfällig. Denn Al-Qaida hat in Afghanistan schon lange keinen sicheren Hafen mehr. Und auch 9/11 wurde nach den Erkenntnissen der 9/11-Untersuchungskommission nicht in Afghanistan geplant und organisiert. Darüber hinaus ist es immer wieder wichtig darauf hinzuweisen, dass der Krieg gegen Afghanistan lange vor dem 11.September geplant wurde.

Diese Tatsache macht deutlich, worum es dabei wirklich geht: Um geopolitische Interessen, wie es auch schon der Taliban Mullah Nasrat im Gespräch mit Todenhöfer zum Ausdruck brachte. Um diesen Krieg allerdings weiterhin als guten Krieg verkaufen zu können, bedarf es des Drohgemäldes des internationalen Terrors, der von Al-Qaida und Taliban ausgehe. Schließlich wird die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch verteidigt, und nicht westliche hegemoniale Bestrebungen. Wenn allerdings Afghanistans Besatzer selbst eingestehen müssen, dass ihre Gegner zu 90% ganz andere sind; wenn selbst die "radikal-islamischen" Taliban sich von Al-Qaida distanzieren und sich als "islamistische nationalistische Bewegung" definieren, die "anderen Ländern inklusive Europa" keinen Schaden zufügen will, dann wird es argumentativ eng für die Kriegs-Befürworter.

Und je weniger Al-Qaida man in Afghanistan antrifft, um so enger wird es für die Begründung der Aufrechterhaltung der Besatzung. Und wenn in Afghanistan offiziell nicht einmal mehr 100 Al-Qaida-Kämpfer ausfindig zu machen sind, dann muss man argumentativ kreativ werden. Erst Recht, wenn man sogar noch mehr Truppen ins Land schicken will. Manche - darunter US-Außenministerin Clinton und US-"Verteidigungs"minister Gates - argumentieren schon so, dass der gegenwärtige Kampf gegen die in Afghanistan nicht anzutreffende Al-Qaida der Was-Wäre-Wenn-Al-Qaida-Von-Übermorgen gelten soll. So forderte auch US-Senator John McCain eine weitere Aufstockung der Besatzungstruppen mit der Begründung:
"Tatsache ist, wie wir alle wissen, wenn die Taliban zurück kommen, dann kommt Al-Qaida zurück" (Quelle)
Einer solchen Argumentationsweise entgegnete Jürgen Todenhöfer im 'Handelsblatt':
Dieses auch von Guido Westerwelle verwendete Argument ist besonders abenteuerlich. Mit seiner Hilfe könnte man viele Kriege führen - in Saudi-Arabien, Somalia, Jemen, Pakistan, Iran, Russland, Usbekistan usw. Es wäre ein Blankoscheck für Präventivkriege gegen alle Länder, in die El Kaida demnächst fliehen könnte.
Im Licht der Tatsache betrachtet, dass man ohne Al-Qaida in Afghanistan keinen guten Krieg führen kann, und dass sich ohne dieses Gütesiegel die wirklichen Kriegsabsichten weniger günstig kaschieren lassen, ist die vom Taliban Nasrat gemachte Behauptung, nach der es "amerikanische Taliban" gebe, gar nicht so abwegig. Denn solange man die hinter dem "Krieg gegen den Terror" versteckten geopolitischen Machtinteressen kaschieren will, solange brauch man auch den Terror, der dem Kriegs-Einsatz vermeintlicher Weise zu Grunde liegt.

Im oben zitierten Artikel teilt Herr Todenhöfer der Leserschaft auch seine Ansicht über das Phänomen Al-Qaida mit. Diese ist realistisch, passt aber deswegen so gar nicht in das der Öffentlichkeit  zumeist vermittelte Bild eines durchstrukturierten, international operierenden Terror-Konzerns. Daher jetzt ein ausführliches Zitat:
Die zweite Generation des globalen Terrorismus ist eine Billigkopie von El Kaida. Sie sind Nachahmer - gescheiterte Immigranten, Schulabbrecher oder Kleinkriminelle. Verlierer, die einmal im Leben aus ihrer Drittklassigkeit ausbrechen wollen. Im Fernsehen sehen sie, wie nach Bombenangriffen auf angebliche Aufständische in Afghanistan, im Irak oder in Palästina Frauen und Kinder aus den Trümmern geborgen werden. Diese unschuldigen Opfer wollen sie rächen. Manche zieht es nostalgisch in den Hindukusch, nach Kaschmir, Somalia oder in den Irak. Dort suchen sie nach Inspiration und nach den Urvätern El Kaidas. Aber wie die Geheimdienste des Westens finden sie nur drittklassige Terroristen aus Usbekistan oder Tschetschenien, die ebenfalls vergeblich nach ihren El-Kaida-Idolen fahnden.
Sie trainieren in Hinterhöfen und abgelegenen Landstrichen Asiens, Arabiens und Europas. In einem echten El-Kaida-Camp war kaum einer. Alle großen afghanischen El-Kaida-Lager sind Ende 2001 von der US-Luftwaffe zerstört worden. Sie nennen sich El Kaida, obwohl sie keinen der geflohenen, gefangenen oder getöteten El-Kaida-Führer kannten oder kennen. Weil El Kaida die berühmteste Terrormarke der Welt ist. Und weil sie gerne selbst berühmt und wichtig wären.
Die alte El-Kaida-Führung um Bin Laden ist laut CIA "operativ weitgehend ausgeschaltet". Die westliche Führung weiß das. Trotzdem macht sie dankbar den Etikettenschwindel der El-Kaida-Nachahmer mit. Terrorzwerge werden, wie zuletzt beim Münchener Oktoberfest, zu Giganten aufgeblasen. Auch weil man hofft, damit den "Antiterrorkrieg" in Afghanistan rechtfertigen zu können.
Al-Qaida ist eine Marke. Mit dieser Marke werben gescheiterte Existenzen und Aushilfsterroristen, wenn sie die Gesellschaft in Angst versetzen wollen. Mit dieser Marke werben geopolitische Strategen, wenn sie militärische Einsätze rechtfertigen wollen. Mit dieser Marke werben Innenminister, wenn sie Gesetze verschärfen und Bürgerrechte einschränken wollen. Mit dieser Marke werben Massenmedien, um  höhere Auflagen zu erzielen. Mit dieser Marke werben Terrorexperten, wenn sie die Wichtigkeit ihres eigenen Berufsstand unterstreichen wollen. Ein Wunder, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, diese Marke  registrieren zu lassen.

Kommentare:

  1. Afghanistan-Krieg wird zur Farce (siehe Link in Überschrift)

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  2. Hallo Terrorexperte.
    Glueckwunsch zu dieser Site, wirklich sehr inormativ ! Ich "musste" jetzt schon zum zweiten Mal einen Beitrag auf meinem Blog verlinken, und ich "fuerchte", es wird nicht das letzte Mal sein.
    Soldarischen Gruss
    Sepp Aigner

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  3. Hallo Sepp Aigner,

    von solchen "Zwängen" höre ich gerne!

    Gruß

    Terrorexperte

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  4. Eine interessante Seite, auch wenn ich in vielem anderer Ansicht bin.

    Die Selbstcharakterisierung von Talibansprechern würde ich doch eher mißtrauen. Den ist US-Amerikanern bewußt ist, dass sie auch in einem veritablem Bürgerkrieg verstrickt sind. Wo ist da die große Neuigkeit?

    Die allermeisten Opfer in Afghanistan durch Afghanen, Paschtunen, Al-Kaida und Pakistanern sind immer noch die Afghanen selbst. Und das ist eine Entwicklung, die schon deutlich vor dem Einmarsch der UN oder US Truppen entstanden ist.

    Und 9/11 war der Höhepunkt, aber keineswegs der einzige Anschlag, der Al-Kaida zugeschrieben wird. Der erste datiert aus den frühen 90ern.

    Das ist alles ziemlich kompliziert.

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  5. "Und 9/11 war der Höhepunkt, aber keineswegs der einzige Anschlag, der Al-Kaida zugeschrieben wird. Der erste datiert aus den frühen 90ern.

    Das ist alles ziemlich kompliziert."

    Sie haben Recht, dass ist sehr kompliziert. Wenn Sie mit dem ersten Anschlag in den frühen 90ern den Anschlag auf das WTC 1993 meinen, so haben Sie gleichzeitig Recht und Unrecht. Recht deshalb, weil heute dieser Anschlag Al-Qaida zugeschrieben wird. Und tatsächlich waren Leute aus dem Bin-Laden-Netzwerk daran beteiligt. Unrecht deshalb, weil es "Al Qaida" als Label für eine Organisation damals gar nicht gab. Das Label wurde 1998 von US-Strafverfolgungsbehörden nach den Anschlägen auf US-Botschaften in Afrika eingeführt. Osama Bin Laden und seine Getreuen haben sich vor 9/11 nie als Al-Qaida bezeichnet.

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  6. Die These, US-Strafverfolgungsbehörden hätten sich 1998 ausgerechnet einen Namen gesucht, der sich nicht eindeutig übersetzen läßt und der viele Bedeutungen enthalten kann, halte ich für etwas gewagt.

    Zumal wenn es einen relativ prominenten Dschihadtheoretiker gibt, Abdallah Azzam, der bereits 1988 in der Zeitschrift al-Dschihad zur Gründung einer "soliden Basis" (Al-Qaida al-sulba) aufrief.

    Man kann den Kreis der an diesen Konflikten beteiligten aktiven Akteure durchaus ausweiten.

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  7. Meine These ist nicht gewagt, sondern lässt sich eindeutig belegen. Vielleicht schreibe ich über die Herkunft des Namens Al-Qaida mal einen Artikel. Die Verwirrung hierzu ist ja recht groß, wenn man sich so in der Medienlandschaft umschaut.
    Abdallah Azzams Ausspruch ist mir bekannt. Ändert nichts an der Tatsache, dass sich das Netzwerk um Bin Laden nicht selbst als Al-Qaida bezeichnet hat. Von sich selbst haben sie, wie auch die Geheimdienste zu jener Zeit, von der Bin Laden-Gruppe gesprochen. Vielleicht noch kurz dazu ein Zitat aus einem Artikel des 'Telegraph' vom 5.Oktober 2009:

    "When Dame Stella Rimington visited the US in March 1996, a few weeks before her retirement as head of MI5, she had never heard the name al-Qaeda, the book reveals."

    Konnte sie auch nicht, aus dem Grund, den ich oben schon ausgeführt habe. Und der "prominente Dschihad-Theoretiker" Azzam ist dem MI5/MI6 sicherlich nicht entgangen.

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  8. Ergänzung:
    Das FBI hat den Namen "Al Qaida" erst im Januar 2001 eingebracht. Im Strafverfahren um die Beteiligten an den Terroranschlägen 1998. Da Bin Laden in Abwesenheit angeklagt werden sollte, konnte dies nur geschehen (nach US-amerikanischem Recht), wenn Bin Laden als Anführer mit Weisungskompetenz einer Organisation mit festen Strukturen vorstehen würde. Das entsprechende Gesetz war noch ein Abkömmling der "Mafia-Gesetze".
    Deshalb wurde aus einem Finanzier des Terrors "über Nacht" der Anführer der "schlimmsten Terrororganisation" der Welt. Den Namen Al Qaida selber übernahm das FBI von Abu Zubayda, der als Kronzeuge für die Anklage diente. Dieser wählte vermutlich den Namen nach der Basis in Peschawar in der die Mujahedin "registriert" wurden.
    Das ist alles nachlesbar bei Jason Burke und bei Giles Kepel (und ansatzweise sogar bei Bruce Hofman).

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  9. Danke, Lampadia für die Ergänzung.

    Da Bin Laden an den Anschlägen in Afrika 1998 nicht direkt selbst beteiligt war, konnte man ihn nur dann dafür dran kriegen, wenn man nachwies, dass er der Anführer einer Organisation mit formalen Strukturen ist. Nur, diese formale Struktur mit einem Vorsitzenden, einem Vize etc., die gab es nicht (und gibt es bis heute nicht), und somit hätte man Bin Laden nicht mittels der "Mafia-Gesetze" (RICO-Act) anklagen können. Das änderte sich, als Jamal al-Fadl dem FBI zu Hilfe kam bei der Kreation einer festen Organisation namens Al-Qaida. "Al-Qaida-Mitglied" al-Fadl war vor Bin Laden auf der Flucht, weil er diesen um einen sechs-stelligen Geldbetrag erleichtert hat. Er bot sich dann dem FBI als Kronzeuge an und man machte einen Deal: Statt den zu erwartenden 15 Jahren Haft, gab es für ihn Straffreiheit und ein kostspieliges Zeugenschutzprogramm. Al-Fadl sagte dem FBI, was es hören wollte und brauchte, um rechtlich gegen Bin Laden vorgehen zu können. Der Name Al-Qaida hatte das FBI schon vor al-Fadls Erscheinen verwendet. Al-Fadl hat ihn mit dem benötigten Inhalt gefüllt. Al-Qaida als feste Organisation mit Bin Laden als Nr.1 ist ein Hirngespinst der US-Strafverfolgungsbehörden. Dies ist der Grund, warum Bin Laden selbst nie vor 9/11 von Al-Qaida gesprochen hat. Er hat den Namen seiner "Organisation" aus der Presse erfahren und diesen dann einfach verwendet! (Vorausgesetzt, seine Audio- und Video-Botschaften nach 9/11 sind authentisch, woran stark zu Zweifeln ist.)

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