Auf seinem Blog berichtet der ARD-Terrorexperte Holger Schmidt regelmäßig über das Gerichtsverfahren gegen die sogenannte Sauerland-Gruppe, die zu der IJU, der Islamic Jihad Union, gehören soll. Gestern berichtete Schmidt nicht über den Gerichtsprozess, der zuweilen in eine "Polizeikomödie" ausartet, sondern über eine BKA-Information, wonach sich die Islamische Dschihad Union von Al-Qaida distanziert.
Anfang Oktober berichtete die türkische Polizei von einer Groß-Razzia gegen Islamisten. Zahlreiche Personen seien festgenommen worden. Einige von ihnen gehörten zu Al Qaida, die restlichen zur IJU. Die Gruppe habe Anschläge in der Türkei geplant und hätte auch deutsche Ziele angreifen wollen.In Deutschland war die Razzia kaum eine Meldung wert. Der IJU aber schon. Sie verbreitete auf der einschlägigen Webseite, auf der auch schon das Bekennerschreiben der Sauerlandgruppe und das ein oder andere Breininger-Video auftauchte, eine Art Gegendarstellung, die das BKA gefunden hat:
Man habe nichts mit Al Qaida zu schaffen, habe niemals eine Aktion in der Türkei geplant und sei auch aktuell nicht in der Türkei aktiv. Im übrigen sei das Ziel der Gruppe ein Kalifat (ein diktatorischen Gottesstaat) - wenn möglich weltweit. Mit Al Qaida habe man nichts zu tun. (Quelle)
Die Webseite von der Schmidt spricht und auf der das BKA die Distanzierung von Al-Qaida gefunden hat, nennt sich "sehadetzamani.com". Dort distanzierte sich die Islami Cihad Ittehad (türkischer Name der IJU) bereits am 20.Oktober 2009 von Al-Qaida. Hintergründe über diese Webseite und der Frage nach der Authentizität solcher Meldungen finden Sie hier. Was ist von der Distanzierungs-Meldung zu halten? Terrorexperte Schmidt hält sie für einen klugen Schachzug:




